Der Fosenochtsbaam

Das Herrschaftssymbol der Narren

In den Nachmittagsstunden des Faschingssamstags wird von den Narren der „Fosenochtsbaam“ auf dem Marktplatz aufgestellt. Dabei handelt es sich um einen großen, von der Stadt gestifteten Fichtenbaum, der zunächst von starker Männerhand bis auf die Baumkrone vom Astwerk befreit, und dann mit allerlei bunten Schleifen und Bändern verziert wird. Der so herausgeputzte Baum wird nun unter den Klängen der Maumerkapelle, und im Geleit einer großen Narrenschar durch die Gassen der Stadt gefahren um ihn auch dem „gemeinen Volke“ zu präsentieren. Mit dabei sind auch die Damen der Prinzengarde, die den Kranz mit den Würsten und Wecken trägt. Dieser Kranz ziert den Baum bis Aschermittwoch. Der Tross endet am Marktplatz, wo es nun gilt, in Anwesenheit zahlreicher Schaulustiger und unter viel Trommelwirbel den Baum in die Höhe zu stellen. Bis Mitte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde dieses heikle Unterfangen mit Seilen und Stangen und mit viel Muskelkraft bewerkstelligt. Heute obliegt es aus Sicherheitsgründen der hiesigen Feuerwehr mit ihrem technischen Gerät das Herrschaftssymbol der Narren am Marktplatz fachmännisch zu errichten. Dort verbleibt der Baum bis zum Ende der Fastnacht. Ein majestätisches, weit sichtbares Zeichen der Narrenherrschaft in der Stadt.

Die Maumer versammeln sich um ihren Fosenochtsbaam am oberen Marktplatz. Das Foto stammt aus dem Jahr 1927.Die Maumer versammeln sich um ihren Fosenochtsbaam am oberen Marktplatz. Das Foto stammt aus dem Jahr 1927.

Noch heute wird der Baum mit Mannes- und Frauenkraft aufgestellt, aber auch mit schwerer Maschinerie – aus Sicherheitsgründen.Noch heute wird der Baum mit Mannes- und Frauenkraft aufgestellt, aber auch mit schwerer Maschinerie – aus Sicherheitsgründen.