Der Rathaussturm

Die Maumer übernehmen die Amtsgewalt in Bischofsheim

Zum jüngeren Fosenochtsbrauchtum in Bischofsheim gehört der „Rathaussturm“ am Faschingssamstag. Angeführt vom „Maumer“, als Obernarr des fröhlichen Volkes, und mit Unterstützung der Maumerkapelle und dem Prinzenpaar nebst Prinzengarde unternimmt das Narrenheer alljährlich den Sturm auf das Rathaus der Stadt. Nach stets heftiger Gegenwehr des Bürgermeisters und seiner „Spießgesellen des Hohen Rates“ ist die Erstürmung und Übernahme des Rathauses durch das Narrenvolk jedoch immer nur  eine Frage der Zeit, und geschieht seltsamer Weise umso schneller, je tiefer die Temperaturen draußen vor dem Rathause sind. Durch diesen kriegerischen Akt ist es den Narren wieder einmal gelungen, die Amtsgewalt in Bischofsheim bis Aschermittwoch zu übernehmen. Zum Glück entschließt sich der abgesetzte Bürgermeister noch in der selben Stunde zur Aufnahme von Friedensgesprächen, welche er immer mit einer ordentlichen Brotzeit und freien Getränken einleitet. Die siegreichen Narren im Rathaus wiederum signalisieren ihre Bereitschaft zu diplomatischen Verhandlungen durch musikalische Einlagen der mitgeführten Musikanten.